„Kindermund, …,

liebe Leserinnen und Leser …“


… Kindermund soll ja angeblich Wahrheit kund tun. Manchmal lügt er aber auch. Ich war neulich mit meinem kleinen Kind in der Hagener City auf einem Spielplatz und wurde Zeuge, wie ein ca. acht Jahre alter Junge mit Migrationshintergrund ein gleichaltriges Mädchen permanent mit Sand bewarf und dabei lauthals und wiederholt kund tat, er sei nun bereit und willens, mit der Mutter des Mädchens den Geschlechtsakt zu vollziehen. Dabei befleißigte er sich einer Ausdrucksweise, die ich als Deutschlehrer mit Fug und Recht als „umgangssprachlich“ bezeichnen könnte. Abgesehen davon, dass kleine Jungs in seinem Alter noch gar nicht geschlechtsreif sind und es sich demzufolge erwiesenermaßen um eine Lüge handelte, verspürte ich zu meinem großen Erschrecken spontane Sympathie bei dem Gedanken, den kleinen Kerl nebst der für solche Verhaltens- und Ausdrucksweisen verantwortlichen Erziehungsberechtigten in den nächsten Flieger zu setzen und in das Land seiner Herkunft zurückzuschicken. Doch schnell besiegte der Pädagoge und Vernunftmensch in mir den „inneren AfD-Wähler“, und ich erinnerte mich an ein Ereignis, das sich in meiner eigenen Kindheit zugetragen hatte. Ich besuchte damals die fünfte Klasse eines renommierten Hagener Gymnasiums und wir befanden uns auf unserer ersten Klassenfahrt in einem alten Landschulheim im Westerwald. Für die Betreuung war ein älterer und erfahrener Lehrer zuständig, der unterstützt wurde von einem Stab von Oberstufenschülern der zwölften und dreizehnten Klasse. Ich weiß nicht mehr genau, warum, aber unter diesen älteren Schülern, die mir als Fünftklässler damals schon sehr erwachsen vorkamen, befand sich auch ein Mädchen, das „Elfi“ genannt wurde. Eine weibliche Aufsichtsperson wäre eigentlich gar nicht vonnöten gewesen, da es sich bei dieser Lehranstalt – zumindest noch in der Unterstufe – um ein reines Jungen-Gymnasium handelte. Und während wir abends in unserem Zwölf-oder-noch-Mehrbettzimmer lagen und uns Gespenstergeschichten erzählten, stach einer der Jungen dadurch hervor, dass er zwischendurch immer wieder lautstark die besagte Elfi aufforderte, sich zu ihm zu legen, damit er mit ihr … siehe oben. Der Unterschied zwischen einem Kind mit Migrationshintergrund und einem „urdeutschen“ Gymnasiasten scheint also nicht im Wunsch nach sexueller Betätigung zu liegen, sondern lediglich darin, in welchem Alter die ersehnte Geschlechtspartnerin ist. Aber abgesehen davon, dass das Alter sowieso Geschmackssache ist, haben sich beide Jungen aufgrund einfacher biologischer Tatsachen als Lügner erwiesen. In der Hoffnung, dass Sie genau auf die Münder derjenigen schauen, die lauthals Wahrheiten kundzutun vorgeben, verbleibe ich mit  besten Wünschen
Ihr Uwe Depping

 

 (Glosse 7/18)