„Also mir reicht‘s,

liebe Leserinnen und Leser …“


… und nein … mir fällt es nicht schwer. Ganz im Gegenteil! Ich freue mich, dass ich viel mehr Zeit haben werde für Dinge, die wirklich wichtig sind. Ich habe den Entschluss gefasst, dass ich keine Sekunde meines Lebens mehr mit Fußball-Weltmeisterschaften verschwenden werde. Dass wir von vorne bis hinten auf den Arm genommen werden, war noch nie so deutlich, wie zu dieser WM in Russland. Wie kam es überhaupt zu der Entscheidung, dass die WM dort stattfindet, nachdem bei der Winter-Olympiade in Sotschi schon bekannt war, wie brutal das Putin-Regime sich dort Platz verschafft hat? Und wer kritisch darüber berichtete, wurde weggesperrt. Aber das war kein Grund für die Weltöffentlichkeit, in die Kritik einzustimmen. Da hieß es immer nur, man müsse doch Sport und Politik auseinander halten. So ungefähr scheint es Russland auch bei der WM zu halten, wenn beispielsweise der ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt zunächst gar nicht einreisen durfte, dann aber doch, allerdings mit dem deutlichen Hinweis darauf, dass er eine „unerwünschte Person“ sei. Weil … Doping bei russischen Sportlern … das hat es ja noch nie gegeben. Deutsche Politiker bedauern diese Vorgehensweise, aber ein Boykott-Aufruf … nee … ist momentan angesichts der politischen Lage unangebracht.
Mutti Merkel war ja jüngst erst bei Väterchen Putin und wollte einen guten Eindruck machen. Und bitte nicht missverstehen … Sport hat mit Politik nichts zu tun! Und dann diese unsäglichen Tor- äh … Vollpfosten Özil und Gündogan … „ähhh … neee … wir wollten doch kein politisches Statement abgeben, wenn wir dem Ober-Osmanen die Füße küssen und ihm Trikots widmen. Der Ruhrpott ist zwar uns‘re Heimat … und  AKP … das ist doch die Anatolische Kicker-Partei, oder?“ Auch jetzt wieder: Keine deutliche Haltung der Politik, weil … Sport und Politik, das muss man eben trennen. Jogi Löw wird ein ernstes Wort mit den Jungs reden, aber sie dann sofort ins WM-Kader aufnehmen. Bloß keine Konsequenzen! Die Türkei führt ja auch keinen Krieg gegen Kurden in Syrien … weshalb sie selbstverständlich weiterhin mit deutschen Waffen beliefert und mit Sicherheit auch 2024 Austragungsort der Europameisterschaft wird. Katar hat es ja schließlich auch zur WM geschafft. Und wenn die FIFA Katar als Austragungsort akzeptiert, wird zwei Jahre später doch auch Sultan Erdogan Ausstatter eines solchen Events werden dürfen. Sicherheitsvorkehrungen werden gerne von Heckler & Koch gestellt, insbesondere im kurdischen Osten des Landes.
Verzeihen Sie, liebe Leserinnen und Leser … aber diese Art von Sport widert mich nur noch an. Nicht eine Sekunde werde ich das am Bildschirm verfolgen und die freie Zeit genießen!
Ihnen auch einen entspannten, fußballfreien Sommer
Ihr Uwe Depping

 

 (Glosse 6/18)