Kennen Sie …

… liebe Leserinnen und Leser …

 

… kennen Sie eigentlich ein Pfingstlied??? Weihnachtslieder gibt es Tausende. Aber Pfingstlieder? Also bei mir … klare Fehlanzeige! Ich kenne kein Einziges. Statt dessen summe ich seit ca. einer Woche ständig eine kleine Melodei, zu der sich sogar Textfragmente aus Erinnerungen an alte Zeiten gesellen. „Ich bin gut drauf und ich schlaf gern lang, Frühstück fängt bei mir erst mittags an …“ träller‘ ich schon auf dem Weg zur Arbeit, in den Pausen und auch auf dem Heimweg noch. Kennen Sie das auch? Wenn Sie ca. 50 Jahre alt sind (mindestens) und früher regelmäßig die Hitparade mit Dieter Thomas Heck geschaut haben, kommen Sie vielleicht drauf. „Ich bin gut drauf und trink roten Sekt, weiß erst jetzt, wie gut Paella schmeckt …“ Ich frage mich: Warum ausgerechnet jetzt diese Erinnerung? Hat der Heilige Geist sie mir eingegeben? Aber bringen wir den Refrain zu Ende, dann wissen wir mehr: „ … ich steh‘ mit Freunden abends an der Bar. Wer braucht dich? Ich hab‘ Ibiza!“ Ibiza!!! Na also, liebe Leser, da haben wir die Lösung! Verrückt, oder? Da reimt jemand „Bar“ auf „Ibiza“ (Wir Deutschlehrer nennen das einen „unreinen Reim“!). „Ibiza“ – der Mega-Hit aus dem Jahre 1985 vom über Nacht zum Schlagerstar avancierten Ibrahim Bekirovic, kurz IBO genannt. Heiliger Geist, ich danke für diese Eingebung! Wenn man sich jetzt den passenden Ländernamen dazu denkt … sagen wir mal … „Österreich … wer braucht di? I hoab‘ Ibiza“ – dann sehe ich ihn direkt vor mir, den Ex-Vize Strache, 1,5 Promille intus, am Strand, „a schoarfe“ Oligarchin auf dem Schoß! Und dös Guote is: Dös passt nit nur für Österreich. Das geht mit allen Gaulands, Meuthens, Salvinis, Le Pens und Orbans Europas. Vielleicht ließe sich ja auch mit Spaniens neuem Rechten, dem Señor Conde von der Vox-Partei, ein Deal machen: Ibiza komplett evakuieren, Mütter und Kinder zuerst runter, anschließend alle Rechten Europas ab auf die Insel! Reif dafür sind sie schon lang! Dort könnten sie ein mindestens tausendjähriges Reich errichten, mit meterhohen Stacheldrahtzäunen drum herum, damit keiner rein- und, was wichtiger ist, bloß keiner mehr rauskommt. Und wenn man dann abends, in sicherer Entfernung, auf seiner Aida an Ibiza vorbeischippert, tönt es einem, wenn es an Bord mucksmäuschenstill ist, aus der Ferne entgegen: „Europa, wer braucht dich? Wir haben Ibiza!“ Die neue Hymne der Rechten, von einem Sänger, der ausgerechnet den Vornamen Ibrahim trägt … richtiger „trug“, denn der Schlagerstar weilt schon lang in seinem „Bungalow in Santa Nirgendwo“, nach einem unverschuldeten, für ihn aber tödlichen Autounfall – ausgerechnet in Österreich!
Ich danke dem Heiligen Geist für die Erinnerung an dieses Lied –
und Ihnen für‘s Lesen
Ihr Uwe Depping

 

 (Glosse 6/19)