Endlich, …

… liebe Leserinnen und Leser …

… endlich schreibt es mal jemand: „Mehrheit der Deutschen fühlt sich glücklich“, las ich jüngst in der Lokalpresse. Vielleicht kennen Sie das ja … Stress, Hetze im Beruf, dann kommt man heim, die Partnerin zickt rum, weil der Müll nicht rausgebracht wurde, die Kinder nerven, weil sie endlich ihr erstes Smartphone haben wollen. Wer hat da noch Zeit, in sich hineinzuspüren und festzustellen, dass man eigentlich glücklich ist? Letzten Freitag habe ich so ein hauchzartes Glücksgefühl verspüren können. Bei mir sind die letzten beiden Unterrichtsstunden ausgefallen, weil meine Schüler an der Fridays-for-future-Demonstration teilgenommen haben. Mal zwei Stunden früher nach Hause, dem Wochenend-Stau entronnen … das kleine Glück des Lehrers. Aber dann las ich wenige Tage später in derselben Zeitung einen Leserbrief zum Thema „Demo“, der mein kleines Glück sogleich zunichte machte. Da weiß ein Leser ganz genau, dass Schulen, um ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden, den Demonstrationen nur mit einem klaren „Nein“ begegnen dürfen, weil ansonsten „Pflichtverweigerung, Gesetzesbruch und Hysterie“ im wahrsten Sinn des Wortes Schule machen. Wenn ich auf die überfüllten Klassen schaue, in denen kein Mensch, Verzeihung, kein Lehrer mehr vernünftig unterrichten kann, wenn ich auf den katastrophalen Lehrermangel schaue, auf die räumliche Ausstattung vieler Schulen, auf die immer komplizierter werdende Schülerschaft … dann habe ich, ganz ohne Hysterie, den Eindruck, dass ganz andere ihre Pflicht verweigert und Gesetzesbruch begangen haben. Aber dieser Leser weiß noch etwas ganz anderes, nämlich, dass die pflichtverweigernden Schüler auch sachlich völlig schief liegen. Deutschland tut nämlich schon lang genug gegen den Klimawandel – nein, es war nicht der Bundesverkehrsminister, der diesen Leserbrief schrieb – und das bisschen Schadstoffreduzierung, das vielleicht noch möglich wäre, wird, global betrachtet, augenblicklich wieder zunichte gemacht, weil das Bevölkerungswachstum in Afrika explodiert und somit den Treibhauseffekt auf die Spitze treibt. Endlich, liebe Leserinnen und Leser, endlich schreibt es mal jemand: Der afrikanische Fortpflanzungstrieb bringt dem Weltklima den Super-Gau. Jetzt verstehe ich endlich den Begriff „Treibhaus-Effekt“. Aber was kann da bloß Abhilfe schaffen? Ich habe dieses Thema mit katholischen Moraltheologen diskutiert. Und die Lösung lag schnell auf der Hand: Auf dem schwarzen Kontinent muss endlich wieder Enthaltsamkeit gepredigt werden! Am besten noch vor Ostern! Ich werde mit meinen Schülern eine neue Bewegung initiieren: die Karfriday-for-future-Demo!
Sie hören von uns!
Und auf Ihre Leserbriefe freut sich

Ihr Uwe Depping

 

(Glosse 4/19)