Es begab sich aber zu der Zeit, liebe Leserinnen und Leser …

… es begab sich zu der Zeit, dass ein Gebot von der Kanzlerin Merkel ausging, dass alle Welt einen Mindestabstand von 1,5 m zu den Mitmenschen halten und ihr Antlitz, zumindest aber Mund und Nase, bedeckt halten sollte. Und jedermann solle sich nicht mit anderen treffen, sondern nach der Arbeit unverzüglich nach Hause gehen, da es ja ohnehin nirgendwo einen Ort gäbe, an welchem man sich öffentlich einen Glühwein hinter die Binde … äh hinter die Maske kippen könnte. Viele Menschen taten, was die Kanzlerin befohlen hatte. Andere aber waren verzagt und widersetzten sich den Befehlen, wo immer sie konnten. „Merkel muss weg“ raunte man sich in diesen Kreisen zu. Man sprach von Diktatur, ging auf die Straße, um für das Recht, gegen die Diktatur auf die Straße gehen zu dürfen, zu demonstrieren. Es gab jedoch niemanden, der jemandem dieses Recht versagen wollte – nur müsse man dies mit Mindestabstand und Gesichtsbedeckung tun. Das aber besänftigte die Zweifler nicht. Sie zeigten weiterhin ihre entblößten Gesichter. Ihnen gegenüber aber standen mittlerweile genauso viele Menschen, die ihre Gesichter streng bedeckt hielten. Unversöhnlich standen sie sich gegenüber und drohten, sich die Köpfe einzuschlagen. In diesen unruhigen Zeiten aber waren in der Gegend unzählige Virologen unterwegs, die hüteten des Nachts auf dem Felde ihre Viren. Und zu ihnen schickte die Kanzlerin Merkel ihren Gesundheitsminister Jens Spahn. Und der Gesundheitsminister, umgeben von himmlischen Heerscharen, sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kindlein in Windeln gewickelt,
in einer Krippe liegend, im Stalle Biontech.“ Und „Gesundheit auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ intonierend, zog der Gesundheitsminister mit seinen Heerscharen von dannen. Die Virologen aber sprachen untereinander: „Lasset uns gehen zum Stalle Biontech, die Wundertat allda zu ersehen, die uns der Minister verkündiget hat.“ Sie eilten zum Stall und fanden dort, in Windeln gewickelt … eine Impf-Dosis! Sie beugten sogleich die Knie und beteten sie an. Dann aber gingen sie hinaus und verkündeten allen Menschen, was sie im Stalle gesehen hatten. Diejenigen, die ihre Gesichter bedeckt hielten, freuten sich sehr, würde doch bald die Bedrohung ein Ende haben. Die anderen aber tauschten ihre Worte aus und riefen nun nicht mehr „Merkel muss weg“, sondern „Nieder mit der Impf-Diktatur!“ Und da merkte die Kanzlerin, dass mit diesen Menschen nicht zu reden war.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich, dass Sie an diesem Weihnachtsfest mit allen reden können, die Ihnen lieb und teuer sind!

Ihr Uwe Depping

 

(Glosse 12/20)