Jeden Monat verfasst Uwe Depping exklusiv für den HAKEN eine Glosse zu einem aktuellen Thema

oder einem, das ihm unter den Nägeln brennt.

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Steckbrief

Name: Uwe Depping
Alter: im Besten
Familienstand: unverheiratet, zwei Töchter, ein Sohn
Beruf: Besserwisser (also Lehrer); nebenberufl. als WIDERHAKEN tätig
Wenn ich mal gerade nichts besser zu wissen habe: Sport, lesen, schreiben, fernsehen
Lieblingsessen: alles Mögliche aus dem Meer (nur kein Plastikmüll)
Lieblingsgetränk: Radler (aber ohne diese Limonade)

Viel Spaß beim Lesen des WIDERHAKEN der aktuellen Ausgabe!

„Endlich, …

… liebe Närrinnen und Narren“


… endlich ist es wieder soweit: Der 11. November naht! Während vielerorts der Beginn der fünften Jahreszeit gefeiert wird, können wir an Volme, Ennepe oder Saurer Epscheid uns fragen, was Anlass zur zwangsverordneten Heiterkeit am Rhein gibt. Und wir stellen fest: Nichts! Denn die Welt ist in vielerlei Hinsicht aus den Fugen. In politischer Hinsicht haben wir uns an die verrückten Despoten gewöhnt, die America great again machen wollen oder von der Weltherrschaft des osmanischen Reichs träumen. Auch dass unliebsame Kritiker weggesperrt werden oder gar durch nukleare Mord-Anschläge beiseite geschafft werden sollen, nehmen wir hin. Neu ist der Versuch, sie nach ihrer Ermordung, in Teppiche gewickelt, zu entsorgen. Also Vorsicht, liebe Leser, wenn Sie dieses Jahr zur Weihnacht Ihren Liebsten einen arabischen Teppich schenken möchten … rollen Sie ihn direkt nach Lieferung durch amazon aus und machen Sie von Ihrem Retoure-Recht Gebrauch, falls die roten Farbtupfer auffällig feucht sein sollten! Aber auch in klimatischer Hinsicht geht es weltweit drunter und drüber. Verabredete Klimaziele haben keinerlei Verbindlichkeit, Verursacher von Luftverschmutzung werden nicht zur Verantwortung gezogen, sondern in ihrer kriminellen Vorgehensweise politisch unterstützt. Natürlich werden die Saudis weiterhin deutsche Waffen bekommen. Natürlich bestimmt die Automobilindustrie weiterhin politisches Handeln. Deutsche Wirtschaft first! Wobei diejenigen, die am Fließband Waffen oder Autos zusammenbasteln, nichts vom Wirtschaftswachstum spüren. Daran partizipieren in erster Linie die Führungsetagen. Aber was tun angesichts dieser moralischen Verkommenheit von Politik und Wirtschaft? Wir müssen eine Generation von Kindern erziehen, liebe Eltern unter meinen Lesern, die wieder bereit ist, verantwortlich und nachhaltig mit uns und der Welt umzugehen. Staatlichen Einrichtungen können wir das nicht überlassen. Auch das hat die Politik vergeigt. Wir müssen selbst aktiv werden. Am 11.11. ist Martinstag. Denken Sie nicht an „rabimmel rabammel rabumm“! Es gibt eine Legende. Dieser Martin, der den Bettler nicht gefragt hat, woher er kommt, ob er eine Aufenthaltserlaubnis habe, ob er einem deutschen Martin den Arbeitsplatz wegnehmen wolle etc. Dieser Martin, der gesehen hat, dass da ein Mensch in Not ist, und ohne langes Grübeln darüber, was für ihn, Martin, die Weggabe eines halben Mantels wirtschaftlich bedeutet, eben diese Hälfte hingibt. Ich glaube, dass Kinder, die für eine solche Haltung in ihrer Seele ein inneres Verständnis entwickeln, die Welt retten können. Und je authentischer wir ihnen das vorleben, desto glaubhafter werden wir. Am 11.11. ist Martinstag!


Eine authentische Zeit wünscht
Ihr Uwe Depping

 

 (Glosse 10/18)