Jeden Monat verfasst Uwe Depping exklusiv für den HAKEN eine Glosse zu einem aktuellen Thema

oder einem, das ihm unter den Nägeln brennt.

Steckbrief

Name: Uwe Depping
Alter: im Besten
Familienstand: unverheiratet, zwei Töchter, ein Sohn
Beruf: Besserwisser (also Lehrer); nebenberufl. als WIDERHAKEN tätig
Wenn ich mal gerade nichts besser zu wissen habe: Sport, lesen, schreiben, fernsehen
Lieblingsessen: alles Mögliche aus dem Meer (nur kein Plastikmüll)
Lieblingsgetränk: Radler (aber ohne diese Limonade)

Viel Spaß beim Lesen des WIDERHAKEN der aktuellen Ausgabe!

Zwanzig-zwanzig, …

… liebe Leserinnen und Leser …


Zwanzig-zwanzig wird richtig gut!!! Wieso das denn, fragen Sie sich? Weltweit Chaos: Trump – immer noch nicht des Amtes enthoben! Klimakonferenz in Madrid – gründlich vergeigt! Boris-the Brexit-Johnson – endlich am Ziel seiner Wünsche! Innenpolitisch Chaos: Wer zahlt für den Klimawandel? Wohin stellen wir all die Windräder, die für eine gute Klimapolitik benötigt werden? Wie weit geht die Schere zwischen Arm und Reich noch auseinander? Was machen wir mit den Migranten? Und was mit den ganzen Nazis? Fragen über Fragen! Wie kann man da sagen, dass Zwanzig-zwanzig gut wird? Doch es sind die kleinen Dinge, liebe Leserinnen und Leser, die in der Wüste des Lebens eine Oase entstehen lassen. Als ich jüngst nach getaner Arbeit endlich einmal wieder Zeit fand, kurz vorm Dunkelwerden meinem Hobby, dem Joggen, nachzugehen … also nachzulaufen … traf ich mitten im Wald (für Ortskundige: Ich joggte in der Nähe von Hagen-Holthausen) auf einen Baum, der mit roten Kugeln und Sternen geschmückt war. Kein Körbchen darunter mit der Aufforderung „Bitte spenden Sie für …“. Nichts! Nur ein geschmückter Baum dort, wo man ihn niemals erwartet hätte! Auch wenn Sie mich jetzt für sentimental halten … ich fand diesen Anblick so schön, weil ich wusste: Es gibt in dieser stressigen, aggressiven Welt doch noch Menschen, die Freude daran haben, anderen mit kleinen Gesten Freude zu bereiten. Und das ist ein schöner Trost in dem Elend, das uns sonst umgibt. Alles andere wird sich – vielleicht – irgendwie regeln. Ich schaue auf die Schlagzeilen der heutigen Ausgabe meiner Tagespresse: „Seehofer verstärkt Kampf gegen rechts“, „Papst: Mehr Härte gegen Missbrauch“, „VRR lässt künftig mehr Kinder gratis mitfahren“, „Haftstrafen für illegales Lippen-Spritzen“, „ZDF will Björn Höcke nicht mehr einladen“ … das klingt doch ganz nach den vielen kleinen Dingen, die uns Mut machen könnten. Und das Beste zum Schluss: „Mein Look war absolut auf den Punkt“!!??? Das haben Sie nicht gelesen, liebe Leserinnen und Leser? Der Satz stammt von Wolfgang Petry, der sich von seinem damaligen „Look“ (lange Lockenpracht, Schnäuzer, Freundschaftsbändchen etc.) und seinen damaligen Schlagern („Wahnsinn … Hölle, Hölle, Hölle“) getrennt hat und von nun an als „Pete Wolf“ den englischen Schlagersängern Konkurrenz machen möchte. Vielleicht hören wir ja dann auch bald von einer Mrs. Helen Fisher ein „Breathless through the night“. Dann müsste man sich diesen Schwachsinn endlich nicht mehr auf deutsch anhören! Also … es gibt für vieles Hoffnung! Halten Sie nur Ausschau nach Ihrem privaten geschmückten Baum im Wald!
Viel Erfolg dabei in Zwanzig-zwanzig


Ihr Uwe Depping

 

 (Glosse 1/20)