Jeden Monat verfasst Uwe Depping exklusiv für den HAKEN eine Glosse zu einem aktuellen Thema

oder einem, das ihm unter den Nägeln brennt.

Steckbrief

Name: Uwe Depping
Alter: im Besten
Familienstand: unverheiratet, zwei Töchter, ein Sohn
Beruf: Besserwisser (also Lehrer); nebenberufl. als WIDERHAKEN tätig
Wenn ich mal gerade nichts besser zu wissen habe: Sport, lesen, schreiben, fernsehen
Lieblingsessen: alles Mögliche aus dem Meer (nur kein Plastikmüll)
Lieblingsgetränk: Radler (aber ohne diese Limonade)

Viel Spaß beim Lesen des WIDERHAKEN der aktuellen Ausgabe!

Was hat eigentlich der Osterhase …

… liebe Leserinnen und Leser …


… was hat der Osterhase mit Tom Enders, dem scheidenden Airbus-Chef, gemein? Nun … beide gehen nach Ostern in Rente. Zumindest für eine gewisse Zeit. Und beide dürfen in dieser Zeit keinen anderen Job annehmen. Beim Osterhasen ist das leicht nachvollziehbar. Denn welches Kind würde sich schon vom Osterhasen Weihnachtsgeschenke bringen lassen wollen? Dafür gibt es andere. Aber bei Airbus-Tom? Mit seinen schlappen 60 Jahren ist der Mann doch gewissermaßen ein junger Hüpfer – schon wieder eine Gemeinsamkeit mit dem Osterhasen – und könnte jederzeit bei der Konkurrenz unterkommen. Aber damit genau das nicht geschieht, hat er vom Airbus-Konzern eine Prämie von 3,2 Millionen Euro bekommen. Damit er sich nicht zu schnell wieder bei einem anderen Unternehmen bewirbt. Ein kleines bescheidenes Sümmchen angesichts der ca. 35 Millionen Euro, die er sowieso als Rente bekommt! Aber wie erklärt man das den Hartz IV-Empfängern unter unseren Lesern? Da bekommt ein Multimillionär nur dafür, dass er sich nicht bewirbt, noch ein paar weitere Millionen geschenkt, während der andere, der von 424 Euro monatlich mehr schlecht als recht überlebt, mitunter 30% seiner erbärmlichen Bezüge gekürzt bekommt, wenn er sich nicht so oft bewirbt, wie das Jobcenter es verlangt.
Aber lassen Sie uns nicht über schnödes Geld nachdenken, liebe Leserinnen und Leser! Ist Ihnen über die hoffentlich besinnlich verbrachten Ostertage eigentlich aufgefallen, wie sehr wir – also die Menschheit – sich dem Thema der Wiederauferstehung genähert hat? Zunächst ist es in Jesu Heimat, also im heutigen Israel, Wissenschaftlern erstmalig gelungen, ein Herz aus menschlichem Gewebe herzustellen. Zwar nur in der Größe eines – wen wundert‘s zur Osterzeit – eines Hasenherzens. Aber ein paar Jährchen noch – dann wird das wohl problemlos auch in der von uns Menschen benötigten Größe lieferbar sein. Noch weiter aber gingen die Erfolge in den USA. Dort ist es Forschern gelungen, hirntote Schweine zu reanimieren. Und da der Mensch, zumindest evolutionär betrachtet, dem Schwein sehr nahe steht, können wir guter Hoffnung sein, dass mit Herzen in der richtigen Größe und reanimierbaren Hirnen die Wiederauferstehung eines jeden Menschen recht bald möglich sein wird. Und das wird auch höchste Zeit, dass mal mit dem christlichen Standesdünkel aufgeräumt wird, dass die Wiederauferstehung ausschließlich dem Sohn Gottes vorbehalten sei. Ich glaube, dass ein jeder Mensch Recht auf Wiederauferstehung haben sollte. Und in erster Linie natürlich Tom Enders. Denn der Typ hat so unverschämt viel Kohle, dass ein einziges Leben sowieso nicht dazu reicht, sie auszugeben.


Leben Sie wohl … oder wieder
Ihr Uwe Depping

 

 (Glosse 5/19)