„Ich weiß nicht,

liebe Leserinnen und Leser …“


… wie es Ihnen damit geht. Aber mir geht diese deutsche Bundestagswahl auf die Nerven. Der Wahlkampf – so langweilig wie nie zuvor! Alle sagen das Gleiche. Nicht einer, der auf das Wesentliche hinweist! Denn das Wesentliche im September ist nicht der Tag der Wahl, liebe Leser, das Wesentliche ist der 29.9., der „Tag des deutschen Butterbrots“! Dieser Tag appelliert an unser Nationalgefühl. Er wurde einst von einer Marketinggesellschaft der Agrarwirtschaft aus rein pekuniärem Interesse ins Leben gerufen und fristet nun, nachdem die Gesellschaft schon längst ins Brot … äh … Gras gebissen hat, ein kaum beachtetes Dasein, gäbe es da nicht manche Idealisten, manche Patrioten, die ihn nicht der Vergessenheit anheim fallen lassen wollen! Das deutsche Butterbrot aber, liebe Leser, ist seit längerer Zeit der Gefahr der totalen Überfremdung ausgesetzt. Denken Sie nur an die Croissants, die Baguettes, die, die deutsch-französischen Grenzen durchbrechend, schamlos Einzug auf den deutschen Frühstückstischen gehalten haben. Denken Sie an die Knäckebrote, die die Skandinavien-Route nicht gescheut haben und nun begeistert von unzähligen sogenannten Ernährungsbewussten in Deutschland geknabbert werden. Und denken Sie nicht zuletzt – auch schon vor Trump gab es Invasionen aus den USA – an das Sandwich! Aber Croissants, Baguettes und Co. gehören nicht zum deutschen Butterbrot! Auch, wenn es politisch nicht korrekt ist, das zu sagen. Aber „die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen …“ Oh, das ist ja gar nicht von mir. Verzeih‘ mir, Alice! Lange Zeit, liebe Leser, hatte man den Eindruck, das deutsche Butterbrot schafft sich selbst ab. Überlegen sie nur, womit es sich oftmals hat beschmieren lassen: Beste Butter van Antje, Kerrygold oder gar – schon wieder die Amis – mit Erdnussbutter! Aber wir wollen keine globalisierte Butter auf deutschem Brot! Denn schauen Sie, liebe Leser, das deutsche Butterbrot gehört zur deutschen Kultur wie die deutsche Sprache. Schon im zarten Alter von fünf Jahren komponierte Mozart ein Stück für Klavier, dem er den Titel „Das Butterbrot“ gab. Mozart war kein Deutscher, wenden Sie ein? Ha! Es sind später noch ganz andere Österreicher zu Deutschen geworden! Also, liebe Leser, was auch immer am 24.9. passiert … am Freitag darauf schmieren Sie sich bitte Ihre Stulle, Ihre Kniffte, Ihr Butterbrot mit guter deutscher Markenbutter (trotz der momentanen Höchstpreise), beißen Sie hinein, genießen Sie den herzhaften Geschmack und freuen Sie sich auf den Kaffee, den es zwei Tage später dazu gibt. Denn am 1.10. ist der „Tag des Kaffees“! Obwohl … woher kommt noch mal Kaffee? Na dann eben ‘ne Tasse Muckefuck!
Guten Appetit wünscht

Ihr Uwe Depping

 (Glosse 9/17)