„Der Mai ist gekommen,

liebe Leserinnen und Leser …“

„… der Wonnemonat, und wie wir der Tagespresse entnehmen konnten, ist es ja auch eine reine Wonne zu beobachten, wie sich NRW weiterentwickelt. Zumindest wirtschaftlich. Zumindest in einer bestimmten Branche. Während bundesweit die Bier-Produktion rückläufig ist, können sich die heimischen Brauereien über einen Zuwachs von 2,4 Prozent freuen. Vielleicht hatten die Teilnehmer einer ebenfalls von der Tagespresse veröffentlichten Umfrage diese enorme Produktionssteigerung im Kopf, als sie Stellung zu der Frage bezogen haben, was die Attraktivität des Naherholungsgebiets rund um den Hengstey- und Harkortsee steigern könnte. 40 Prozent der Befragten sprachen sich für mehr Gastronomie im Uferbereich aus. Logisch! Wenn die Brauereien vermehrt produzieren, muss das Zeug ja irgendwo wieder ausgeschenkt werden. Besonders ansprechend waren bei der Frage nach der Attraktivitätssteigerung der Seen auch die Vorschläge des Planungsdezernenten, die Gastronomie auf Flöße zu verlagern. Fährmänner könnten die Durstigen übersetzen, und wer den Rückweg nicht mehr schaffe, der könne direkt im See auf Luftmatratzen übernachten. Hinzu kam noch die Idee, Wasserski-Möglichkeiten anzubieten. Am besten mit Rampen, damit die Freunde des Wasserski-Springens ebenfalls auf ihre Kosten kämen. Vielleicht könnte man sich ja auch in regelmäßig stattfinden Wettbewerben darin messen, wer über die meisten von Trunkenen belagerten Luftmatratzen hinwegspringen kann. Falls die Zahl der auf den Matratzen Berauschten allerdings Überhand nähme – der Hagener zeichnet sich ja nicht nur durch kreative Ideen, sondern auch durch seine Trinkfreudigkeit aus; vielleicht ist diese Idee mit den Flößen ja auch einem volltrunkenen Zustand geschuldet – wenn die Zahl also Überhand nähme, so dass selbst die besten Skispringer die Distanz nicht mehr überwinden könnten, wäre es doch praktisch, diese Trunkenbolde direkt in die im Hagener Stadtwald gelegene Entzugsklinik abtransportieren zu lassen, die zu diesem Zweck unbedingt ihre Kapazitäten um ein Vielfaches ausbauen müsste, auch wenn sich momentan ein paar engstirnige Öko-Lümmel dagegen stellen. Angesichts des neu geschaffenen Erholungswertes der Seen kann man doch gut und gerne auf den Stadtwald verzichten und ihn in Gänze an die AWO, den Träger der Klinik, verhökern. Wer braucht noch einen Drei-Türme-Weg, wenn es doch an den Hagener Seen eine Vier-Schanzen-Tournee gibt! Deshalb lassen Sie uns im Wonnemonat Mai die Biergärten aufsuchen, damit sich der Umsatz der Brauereien weiterhin steigere. Damit unterstützen wir die oben genannten Pläne für die Naherholungsgebiete Hagens.
Ein herzliches Prost auf diese schöne Zukunft

Ihr Uwe Depping

 (Glosse 5/17)